Kategorienarchiv: Der MATHE COACH BLOG

Ich schreibe grün! 10 Jahre Mathe-Coaching

Vor ziemlich genau zehn Jahren begann ich mit einem kleinen Experiment: Ich wollte es anders machen, meine Liebe zu Zahlen und Lehre mit positiver Psychologie verknüpfen … Weiterlesen »

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://mathecoach-trier.de/ich-schreibe-gruen-10-jahre-mathe-coaching/

Such, im Mathebuch!

Wenn ich meine Schüler frage, ob sie schon im Mathebuch nachgesehen haben, bekomme ich meist die Antwort: „Das benutzen wir kaum.“ In der Tat werden Schulbücher überwiegend zur Bearbeitung der Hausaufgaben genutzt, seltener als Nachschlagewerk. Dabei wird dort alles ausführlich beschrieben. Sollte ein Gymnasiast nicht schon in der Oberstufe Studieren lernen? Hier in Rheinland-Pfalz schleppen sie den schweren Lambacher-Schweizer mit sich herum. Dabei würde für den Unterricht ein  Aufgabenheft völlig ausreichen.

Wer sich tatsächlich die Mühe macht, an den Anfang eines Kapitels zu blättern, wird wahrscheinlich erkennen, dass er sich beim Abschreiben des Tafelbildes hätte Zeit lassen können. Lehrer übernehmen gerne das Einführungsbeispiel, und auch andere Aufgaben – denen man später im Unterricht und manchmal sogar in der Prüfung begegnet – sind aus dem Buch. Der Vorteil des Nachlesens besteht darin, dass man jeden Schritt  in Ruhe nachvollziehen kann.  Denn nach der Einführung einer Regel wird diese anhand von Zahlenbeispielen erklärt. Erst danach folgen verschiedene Aufgabenstellungen zum Üben.

Mal ganz ohne Not ins Mathebuch zu schauen, bringt noch mehr. Selten wissen Schüler, bei welchem Thema sie gerade sind. Doch wonach wollen Sie dann im Internet suchen? Neben den unzähligen, zeitintensiven Videos ist das Blättern in einem Buch eine bequeme und kurzweilige Angelegenheit. Schnell ist man an der Stelle, die gerade wichtig ist. Aufgaben gibt es eine Menge und diese beziehen sich immer genau auf den zuvor eingeführten Stoff. Wer z.B. vor einer Arbeit die Seite mit den Selbsttest-Aufgaben durchgeht, merkt schnell, wo er noch Lücken hat. Und die Rückblick-Seiten bieten gute Zusammenfassungen für das eigene Mathe-Journal.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://mathecoach-trier.de/such-im-mathebuch/

Wieso die Abiturienten von heute keine Prozentrechnung mehr können

Ich habe großen Respekt vor dem, was ein Abiturient zum Zeitpunkt seines Abschlusses weiß und kann, doch selbst ein guter Schüler wird auf die Frage hin, wie man vom Bruttopreis zum Nettopreis kommt, Angstschweiß auf die Stirn bekommen. Eine Aufgabe zum Ausprobieren findet man auf meiner Facebook-Seite:

 

Ich glaube nun zu wissen, woran das liegt. Seit über neun Jahren bekomme ich beinahe täglich zu sehen, wie unpraktisch Gymnasiasten Prozentrechnung lernen. Der Begriff „Dreisatz“ sagt ihnen dabei relativ selten etwas – selbst wenn sie genau das tun – denn sie lernen zuerst, was eine „proportionale Zuordnung“ ist und malen tabellarische Kunstwerke. Nehmen wir als Beispiel die Kosten für einen Kinobesuch mit Freunden: Wenn drei Erwachsene zusammen 27,00 € bezahlen müssten, wie viel würden müssten dann fünf Personen zahlen? Schüler der 7. Klasse eines Gymnasiums zeichnen dazu zuerst eine Tabelle:

Anzahl Personen  Preis in €
: 3 3 27,00 : 3
1 9,00
⋅ 5 5 45,00 ⋅ 5

Das gleiche System wird dann auch für die Prozentrechnung verwendet. Angenommen es soll berechnet werden, wie viel 20 Prozent von 25 € sind:

Anteil in %  Preis in €
 : 100  100                25,00  : 100
1 0,25
⋅ 20 20                5,00 ⋅ 20

Dieses System ist selbstverständlich richtig und macht auch bei komplizierteren Fragestellungen Sinn, doch es ist viel zu zeitintensiv und würde im Kaufhaus wenig nützen. Das, was die Schüler dabei am meisten beschäftigt ist, was auf welche Seite kommt. Die zweite Rechenalternative führt über eine Formel zum Ziel:

W = G • p%

Das ist zwar ebenso richtig, doch kaum ein Schüler weiß zwei Wochen nach einer Klassenarbeit noch wie man diese Formel nach G oder p% umstellt, geschweige denn, wie man damit einen verminderten oder vermehrten Grundwert ausrechnet. Denn dafür haben dann selbst die Bücher keine Buchstaben mehr und die ausgeschriebene Formel wäre zu kompliziert.

Eltern rechnen anders und können ihren Kindern daher nicht mehr helfen, aber sie kommen noch zu einem Ergebnis, im Gegensatz zu ihren Sprösslingen, die mit dem Taschenrechner oder Handy in der Hand längst aufgeben haben. Wie kann das sein? Schauen Sie sich einfach folgende Methoden der Prozentrechnung an und dann vergleichen Sie.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://mathecoach-trier.de/wieso-die-abiturienten-von-heute-keine-prozentrechnung-mehr-koennen/

Woran denken Sie, wenn Sie an Mathematiker denken?

Tanzen ist bei jungen Mädchen sehr beliebt – kein Wunder, denn sie sehen sich schon mit anderen auf einer Bühne stehen, bevor sie sich dazu entscheiden, Ballettunterricht zu nehmen. Jungs sehen sich bereits in den Armen ihrer Mannschaftskollegen Siegerlieder singend, bevor sie einem Verein beitreten. Der Traum vom Feuerwehrmann oder der Tierärztin erwacht, weil wir uns davon ein Bild machen können. Wir sehen uns Menschen oder Tiere rettend, fühlen uns dabei gut und erst dann folgt der Wunsch, genau das zu lernen. Aber wie stellen wir uns Mathematiker vor? Welche Vision könnte sich hinter Funktionen und Algorithmen verstecken?

Mathematiker findet man in fast allen Bereichen. Sie sind …

  • die geborenen Optimierer, denn sie können berechnen, wobei man am meisten spart oder gewinnt.
  • die besten Hellseher, denn je mehr Daten sie über die Vergangenheit haben, desto zutreffender sind ihre Prognosen.
  • die kreativsten Gestalter, denn sie geben vielen lebenswichtigen Dingen eine Form.
  • die erfolgreichsten Entwickler, denn sie wissen, wie man aus Altem Neues erschafft.
  • die glücklichsten Menschen, denn sie fühlen sich nicht hilflos. Sie finden Wege.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://mathecoach-trier.de/woran-denken-sie-wenn-sie-an-mathematiker-denken/

Wieso ich Mathe so liebe

Es gibt drei Dinge, die ich besonders mag: Kinder, Kaffee & Kunst. Nicht nur die, die man sich an die Wand hängt oder der man lauscht, sondern auch das Zusammenspiel von Zahlen, Variablen und Figuren. So, wie ein Maler nicht bloß verschiedene Pinsel und Farben benutzt, um seiner Kreativität Ausdruck zu verleihen, so entstehen aus dem Baukasten, den die Mathematik bietet, immer wieder neue Gebilde. Der Zauber liegt dabei in der Kombination von Einfachheit, Schönheit und unzähligen Möglichkeiten der Verknüpfung.

Modellieren ist wie Töpfern. Du hast eine Vision, eine Vorstellung davon, was du erschaffen willst, und dann schaust du nach dem, was du dazu zur Verfügung hast. Manchmal wirst du Dinge zweckentfremden und vollkommen neue Wege gehen, aber die meiste Zeit, kannst du darauf vertrauen, dass dich die Abfolge bestimmter Schritte zum Erfolg führt. So entstehen fulminante Werke und großartige Lösungen, die unser aller Leben schöner, bunter und leichter machen.

Als Kind habe ich stundenlang Rechenkästchen ausgemalt und damit geometrische Muster entworfen. Und ich erkannte recht schnell, dass sich solche Muster übertragen lassen. Wenn man Formen und Zusammenhänge erkennt, kann man damit bauen und Neues erschaffen. Rechnungen sind dabei Mittel zum Zweck. Schließlich will man wissen, wie viel man von einer bestimmten Zutat braucht und ob das Ergebnis passen wird.

Rechnen gibt Halt. In der Mathematik gibt es klare Regeln. Eine Verlässlichkeit, die man heutzutage kaum mehr findet. In einer Welt, in der man immer mehr Alternativen hat, verliert man schon mal gerne den roten Faden. Wer rechnet, konzentriert sich auf eine Sache. Du vergisst in dieser Zeit das ganze Drumherum, alles andere wird für den Moment unwesentlich. Und hast du bereits ein Problem gelöst, verlieren auch andere den Schrecken.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://mathecoach-trier.de/wieso-ich-mathe-so-liebe/

Eine typische Coaching-Woche

„Nachhilfe“ und „Coaching“ werden im alltäglichen Sprachgebrauch synonym gebraucht, dabei beinhaltet Letzteres viel mehr als der Laie annimmt. Ein Schüler-Coach ist nicht nur Lehrer, er ist Begleiter; Sparringspartner, Kummerkasten, Experte und Motivator in einer Person. Dabei zeigt er seinen Klienten, mit welchen Mitteln man zum selbst gewählten Ziel kommt, welche Ressourcen es gibt und wie man sie sinnvoll nutzt. Er ist eine Art „gute Fee“.

Eine Stunde pro Woche trifft man sich real, doch alleine ist man nie. Wann auch immer eine Frage aufkommt, dein Personal Coach ist erreichbar. Ich bin überall präsent: über Facebook, diverse Messenger, E-Mail, meine eigene Page und natürlich telefonisch kontaktierbar. Dabei gebe ich Tipps, nenne nützliche Tools, weiterführende Links, Programme & Apps, und wenn es sein muss, schicke ich meinem Schüler sogar vollständige Lösungswege zum Nachvollziehen. So ein Chat kann schon mal 1-2 Stunden dauern, aber das ist alles im Pauschal-Paket enthalten.

Ich kenne mich in der Welt meiner Schüler aus – weil sie mich interessiert! Weder Inhalte noch Umsatz sind für mich das Wichtigste. Der Mensch steht im Mittelpunkt meines Engagements. Mit der Zeit kennt man sich. Es geht nicht nur um Zahlen und Formeln, es geht um Beziehungen, um Rahmenbedingungen, um Angst und Hoffnung. Das alles macht Persönlichkeit aus. Und fast schon nebenbei lernt mein Schüler auch noch Mathe. So gewinnen alle Beteiligten und werden zu Multiplikatoren einer positiven Botschaft: „Ich bin nicht alleine.“ und „Ich kann, wenn ich will!“

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://mathecoach-trier.de/eine-typische-coaching-woche/

Wenn ich schon mal hier sein muss, kann ich auch was mitnehmen

Schüler

Foto: © Fotolia.com

Es gibt viele Dinge, die ein Schüler in der Regel nicht gesagt oder gezeigt bekommt. Das lernt er auch nicht in der Schule. Wenn er Pech hat, geht ihm erst während der Berufsausbildung oder auf der Uni ein Licht auf. Kinder und Jugendliche leben in einer anderen Welt als der unseren. Wer sie motivieren will, muss ihre Welt kennen und auch verstehen wollen.

Meike schaut sich gerne stundenlang YouTube-Videos mit Schminktipps an, aber in der Schule kann sie sich schlecht konzentrieren und Luca zockt abends mit seinen Freunden Playstation, aber Hausaufgaben machen sie nie zusammen. Ein Kind weiß noch nicht, was Verantwortung bedeutet. Es weiß höchstens was passiert, wenn der Hamster kein Futter bekommt: Dann kauft die Mama einen Neuen.

Kinder sollen Kinder sein können und trotzdem erwarten wir hier und da von ihnen, dass sie sich wie kleine Erwachsene verhalten. Doch woher soll der Ehrgeiz kommen, wenn eigentlich gar keine Not besteht und das Ziel „Abitur“ nur eine leere Worthülse ist? Würden Sie sich jeden Tag auf die Arbeit schleppen, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Für Schüler ist Schule einfach bloß eine Pflichtveranstaltung. Sie sehen noch nicht die Chance darin, später den Beruf ausüben zu können, der ihnen gefallen könnte. Wie auch? Sie haben nicht den blassesten Schimmer von Berufsbildern. Nicht einmal Studenten wissen, was sie auf der Uni und danach in der Praxis erwartet. Aber wieso sagt ihnen das keiner?

Wer so orientierungslos durch die Schuljahre wandelt, der hat vielleicht später ein Stück Papier mit einem Stempel in der Hand, doch es läuft anders als beim Erwerb der Fahrerlaubnis. Man weiß nicht, worauf man sich freuen soll. Da wartet kein schickes Auto, noch weiß man, wie es sich anfühlen wird, mit einem zu fahren. Und jetzt glauben Sie immer noch, dass Kinder von sich aus motiviert sein müssten?

Vergessen Sie’s! Wenn Sie ehrlich sind, ging es Ihnen früher ganz genauso. Sie haben Mathe gehasst. Und genau das vermitteln Sie heute noch – auch wenn Sie noch so laut tönen, wie wichtig dieses Fach ist. Es glaubt Ihnen eh keiner. Besser wäre, Sie würden es zugeben und dann ein klares Bild davon vermitteln, wobei Sie tagtäglich Mathematik brauchen und welche Vorteile es hat, rechnen zu können. In Kosten-Nutzen-Analyse sind Schüler nämlich besonders gut.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://mathecoach-trier.de/wenn-ich-schon-mal-hier-sein-muss-kann-ich-auch-was-mitnehmen/

Ältere Beiträge «