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Versuch und Irrtum

Foto: © Fotolia.com

Wieso darf man eigentlich keine Fehler machen? Das Lernen durch Versuch und Irrtum ist kaum mehr möglich, ohne dass man sich ständig einer Bewertung aussetzt. Das einsame Üben im stillen Kämmerlein mag zwar vor abschätzenden Kommentaren oder Blicken schützen, bringt aber leider auch wenig verwertbare, neue Erkenntnisse. Gut, wenn man jemanden an seiner Seite hat, der wertfrei konstruktive Hilfestellungen anbietet und behutsam begleitet.

Dass das nicht so einfach ist – besonders wenn eine sehr emotionale Verbindung zum Schüler besteht – zeigt die große Nachfrage nach externer Nachhilfe. Wenn sich Eltern über ein falsches Ergebnis aufregen, dann geht es dabei nicht so sehr um das Verhalten des Kindes. Sie entdecken vielmehr die eigenen Schwächen, die gerade gespiegelt werden und die man selbst nur ungern wahrnimmt. Konflikte sind meist die Folge.

Lernen ist ein Prozess. Er beginnt damit, dass wir Dinge verstehen – gedanklich wie praktisch nachvollziehen – trainieren, bis ein gewisser Automatismus eintritt und immer wieder kleine Änderungen vornehmen. Denken Sie z.B. daran, wie Sie Autofahren lernten. Erst zum Schluss folgte die Selbst- bzw. Fremdkontrolle. Man kann nichts üben, das man noch nicht verstanden hat und nichts bewerten, das noch nicht ausreichend geübt wurde.

Vielleicht sollten wir Eltern uns wieder daran erinnern, dass wir fehlbar sind und nicht aufrecht stehend auf die Welt kamen. Wir alle lernen jeden Tag dazu, indem wir uns irren und Fehler machen. Wir können noch so viel wissen und trotzdem eine falsche Entscheidung treffen. Wir sind Menschen. Letztlich kommt es darauf an, wie sehr wir uns und anderen vertrauen. Damit können wir tatsächlich etwas positiv verändern.

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