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Wenn ich schon mal hier sein muss, kann ich auch was mitnehmen

Schüler

Foto: © Fotolia.com

Es gibt viele Dinge, die ein Schüler in der Regel nicht gesagt oder gezeigt bekommt. Das lernt er auch nicht in der Schule. Wenn er Pech hat, geht ihm erst während der Berufsausbildung oder auf der Uni ein Licht auf. Kinder und Jugendliche leben in einer anderen Welt als der unseren. Wer sie motivieren will, muss ihre Welt kennen und auch verstehen wollen.

Meike schaut sich gerne stundenlang YouTube-Videos mit Schminktipps an, aber in der Schule kann sie sich schlecht konzentrieren und Luca zockt abends mit seinen Freunden Playstation, aber Hausaufgaben machen sie nie zusammen. Ein Kind weiß noch nicht, was Verantwortung bedeutet. Es weiß höchstens was passiert, wenn der Hamster kein Futter bekommt: Dann kauft die Mama einen Neuen.

Kinder sollen Kinder sein können und trotzdem erwarten wir hier und da von ihnen, dass sie sich wie kleine Erwachsene verhalten. Doch woher soll der Ehrgeiz kommen, wenn eigentlich gar keine Not besteht und das Ziel „Abitur“ nur eine leere Worthülse ist? Würden Sie sich jeden Tag auf die Arbeit schleppen, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Für Schüler ist Schule einfach bloß eine Pflichtveranstaltung. Sie sehen noch nicht die Chance darin, später den Beruf ausüben zu können, der ihnen gefallen könnte. Wie auch? Sie haben nicht den blassesten Schimmer von Berufsbildern. Nicht einmal Studenten wissen, was sie auf der Uni und danach in der Praxis erwartet. Aber wieso sagt ihnen das keiner?

Wer so orientierungslos durch die Schuljahre wandelt, der hat vielleicht später ein Stück Papier mit einem Stempel in der Hand, doch es läuft anders als beim Erwerb der Fahrerlaubnis. Man weiß nicht, worauf man sich freuen soll. Da wartet kein schickes Auto, noch weiß man, wie es sich anfühlen wird, mit einem zu fahren. Und jetzt glauben Sie immer noch, dass Kinder von sich aus motiviert sein müssten?

Vergessen Sie’s! Wenn Sie ehrlich sind, ging es Ihnen früher ganz genauso. Sie haben Mathe gehasst. Und genau das vermitteln Sie heute noch – auch wenn Sie noch so laut tönen, wie wichtig dieses Fach ist. Es glaubt Ihnen eh keiner. Besser wäre, Sie würden es zugeben und dann ein klares Bild davon vermitteln, wobei Sie tagtäglich Mathematik brauchen und welche Vorteile es hat, rechnen zu können. In Kosten-Nutzen-Analyse sind Schüler nämlich besonders gut.

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