Wie sich „falsch“ anfühlt

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Wissen Sie, wie es sich anfühlt, nicht zu genügen? Die Anderen scheinen es alle zu verstehen, kommen mit guten bis befriedigenden Noten nach Hause und selbst kratzt man ständig haarscharf an der Fünf vorbei. Falsch scheinen nicht bloß die gelösten Aufgaben – man fühlt sich auch so. Ich will niemanden in Watte packen, doch wir sollten lernen, zwischen Person und persönlicher Leistung zu trennen!

Die Ansprüche an die Jugend werden immer größer. Die Mitbewerber um gute Noten schlafen nicht. Jeder Zweite lässt inzwischen „nachhelfen“ – was die Lage eben nur für diese Hälfte verbessert. Doch genau das hebt auch den Schnitt an, sodass Lehrer gefordert sind, das Niveau zu erhöhen. Eine Spirale, die stetig nach oben führt.

Es wird immer mehr um mathematisches Verständnis gehen – denn mit Anwendungsaufgaben lassen sich schnell die Guten finden. Das Abspulen von Algorithmen kann sich mittlerweile jeder mithilfe von YouTube-Videos aneignen – für die Frage, wann ich was einsetze, gibt es dagegen keinen Masterplan. Da kommen viele Schüler an ihre Grenzen.

Stellen Sie sich vor, man hätte von Ihnen erwartet, gut singen zu können. Es wäre wichtig für Ihre weitere berufliche Entwicklung gewesen. Nun könnten Sie einwenden: „Dazu bedarf es eines gewissen Talents, das ist etwas anderes.“ Ich würde Ihnen widersprechen. Denn auch das kann jeder lernen. Es bedarf lediglich regelmäßiger Übung.

Vielleicht zeigen Sie in Zukunft mehr Verständnis – auch bei ausreichend bis schlechten Noten. Es ist wichtig, dass sich ein Kind geliebt fühlt, wie es ist! Sie haben es doch schließlich auch geschafft.

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