Ich schreibe grün! 10 Jahre Mathe-Coaching

Vor ziemlich genau zehn Jahren begann ich mit einem kleinen Experiment: Ich wollte es anders machen, meine Liebe zu Zahlen und Lehre mit positiver Psychologie verknüpfen …

Wenn man zu mir kommt, sieht es auf den ersten Blick recht unmathematisch aus. Der Raum ist hell und freundlich, der Tisch oval, es gibt nicht nur viele Bücher zu sehen, sondern auch Bilder aus meiner aktiven Zeit als Sängerin. Ich trage zwar mittlerweile eine Brille und stecke mir gerne mein Haar streng nach oben, doch wer sich zehn Minuten mit mir unterhalten hat merkt, dass ich offen und lustig bin.

Da es mir in erster Linie um die Person geht, wird auch mal ein privates Wort gesprochen. Schließlich möchte ich wissen, wer vor mir sitzt. Was macht sie gerne? Was bewegt sie? Denn genau das will ich auch: sie bewegen! Wie ich das immer wieder schaffe, hat weniger mit dem zu tun, was mein Fach ist. Es sind viele kleine Bausteine zusammen, die letztlich den Erfolg bringen.

Dem Schüler wird es vielleicht nicht sofort auffallen, aber ein Erfolgsfaktor beruht auf positiver Ansteckung. Menschen mit einer optimistischen Grundhaltung beschäftigen sich mit den Dingen, die sich (noch) verändern lassen. Sie wirken durch ihr Sein. Dazu ist es wichtig, dass man das, was man tut, selbst liebt und auch die Hürden kennt, denen Schüler immer wieder begegnen. So lerne ich selbst jeden Tag etwas dazu und erfreue mich am Lernen, kenne mich aber auch mit Frustration und Blockaden aus. Druck von außen gibt es meist schon genug. Bei mir soll man entspannt lernen können … und … ja, auch Spaß haben!

Behalten ist mindestens so wichtig, wie verstehen. Es gehört für mich zum Alltag, immer wieder einen Schritt zurückzugehen und dann wieder nach vorne. Wir vergessen schnell, wenn wir uns längere Zeit nicht mehr mit einer Sache beschäftigt haben – das ist normal und nicht nur bei Mathe so. Daher vermittle ich die Inhalte prozessorientiert. Das führt dazu, dass man sich noch viele Monate später an eine bestimmte Stunde erinnert.

Sprache programmiert unser Gehirn. Wenn sich unsere Gedanken ums Versagen drehen, werden wir genau das anziehen. Das nennt man eine selbsterfüllende Prophezeiung. Stattdessen sollte man sich besser mit Lösungswegen beschäftigen und kreativ werden. Was kann ich tun, damit ich zukünftig regelmäßiger übe? Wen kann ich bei Bedarf noch um Hilfe fragen? Solche Fragen sind förderlich.

Mittlerweile ist meine erste Schülerin selbst ausgebildete Lehrerin und meine Jüngste will es werden. Vermutlich habe ich sie im positiven Sinne angesteckt.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://mathecoach-trier.de/ich-schreibe-gruen-10-jahre-mathe-coaching/